Ratgeber Vinylböden und Designböden ohne PVC

Bei der Wahl der Bodenbeläge für sein Zuhause oder auch für Ladengeschäft und Büro gibt es viele Entscheidungskriterien, die man berücksichtigen muss. Jede Bodensorte hat ihre eigenen Stärken und Vorteile, sodass es weniger darum geht, welcher Bodenbelag „der beste“ ist, sondern vielmehr „der optimal passende“ für die Situation vor Ort und die individuellen Ansprüche und Wünsche. In den meisten Fällen sind Optik bzw. Aussehen das vorrangige Kriterium. Je nach Intensität der Raumnutzung sind auch Langlebigkeit und Robustheit ein wichtiger Faktor. In Privaträumen, die man auch mit bloßen Füßen benutzt, sind Wärme und Weichheit bzw. Elastizität gewünscht. Die natürliche Haptik und Wärme eines richtigen Parkettbodens erreichen diese Böden allerdings nicht. Tipp: Spüren sie die Wirkung der verschiedenen Böden einmal ohne Schuhe auf unseren Musterflächen in unserer Ausstellung.

Doch viele weitere Eigenschaften können von Interesse sein! Pflegeleichtigkeit, Eignung für eine darunterliegende Fußbodenheizung oder für Feuchträume, Nachhaltigkeit, Wohngesundheit, Naturmaterial versus Kunststoff … Wie einfach lässt sich der Boden (selbst) verlegen? Ist nur eine geringe Aufbauhöhe möglich? Und – nicht zuletzt – was kostet der Boden? Diese komplexe Matrix (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!) ist auch eine gute Erklärung dafür, warum es so viele verschiedene Bodensorten gibt und stets neue hinzukommen. In unserem Ratgeber werden wir uns Vinylböden und Designböden anschauen und deren Besonderheiten und Vorteile unter die Lupe nehmen.

Vinyl- und Designböden: ein Ratgeber von HolzLand Metzger


Was ist ein Vinylboden? (Aufbau und Eigenschaften)

Tatsächlich ist es sachlich korrekt, Vinyl als PVC-Boden zu bezeichnen – eine seit vielen Jahren gängige Bodensorte. Denn der Kunststoff der Oberfläche besteht aus PVC (Polyvinylchlorid), und „Vinyl“ findet sich in der Mitte der Abkürzung auch wieder. Handelt es sich also beim Begriff Vinylböden um cleveres Marketing oder gar „Etikettenschwindel“? Tatsächlich unterscheiden sich heutige Vinylböden in vielen Aspekten vom eher unansehnlichen PVC-Boden, den man vor allem als dünne Rollenware kannte. Der verwendete Kunststoff PVC wurde in der Zusammensetzung auf vielerlei Weise weiterentwickelt. Wurden damals z.B. gesundheitskritische Weichmacher verwendet, unterliegen die Weichmacher heutiger Vinylböden strengen Gesundheitsauflagen. (Allerdings ist es beim Kunststoff PVC nach wie vor nötig, Weichmacher einzusetzen, denn von Natur aus ist PVC hart und spröde.) Auch bei der Optik hat sich vieles getan – so sind dank moderner Fertigungs-Technologien enorm authentische Naturnachbildungen von Holz, Stein/ Keramik etc. möglich. Und die mehrschichtige Ausführung auf Trägerplatte mit Klicksystem bietet – genau wie Laminat oder Fertigparkett – auch dem Selbst-Verleger eine einfache Montagemöglichkeit. Allerdings: Von der Verwendung von Massiv-Vinylböden zum Verklicken raten wir wegen der Wärmeausdehnung ab.


Was ist ein Designboden im Unterschied zu Vinyl?

Vorweg: Der Begriff „Design-Boden“ ist in keinerlei Weise „geschützt“ bzw. eine eindeutige Gattungsbezeichnung wie z.B. Parkett. Es erscheint sinnvoll, diese Bezeichnung für Kunststoffböden ohne PVC zu verwenden, und viele, aber nicht alle Hersteller nutzen diesen Begriff auch in diesem Sinne. Doch es gibt sowohl Hersteller, die ihrem Boden eigene Bezeichnungen geben (z.B. „Bioboden“), und andere, die ihre Vinylböden „Designboden“ oder „Vinyl-Designboden“ nennen. Hier ist es leider stets notwendig, genauer in der Produktbeschreibung zu schauen, sollten Sie explizit einen Design-Boden ohne PVC bzw. Weichmacher wünschen. Statt PVC werden beim Design-Boden Kunststoffe wie Polyurethan (PU) oder Polyethylenterephthalat alias PET wie die gleichnamige Mehrwegflasche. Übrigens: Designböden gibt es im Gegensatz zu Vinylböden auch mit der Auszeichnung Blauer Engel! Manche Vinylböden haben oft für einen gewissen Zeitraum unangenehme Ausdünstungen, die zwar nicht gesundheitsschädlich sind, aber doch die empfindliche Nase stören können.


Was unterscheidet Design- und Vinylböden von Laminat?

GemeinsamkeitenZuerst einmal ist festzuhalten, dass der klassische Laminatboden und die immer verbreiteteren Design- und Vinylböden viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Beides sind keine Naturböden, bieten aber eine vergleichbare Optik wie z.B. die Staboptik eines Parkettbodens aus Echtholz. Sogar die Oberflächenstruktur bzw. Haptik wird so lebensecht nachgebildet, dass es gar nicht so einfach ist, überhaupt einen Unterschied festzustellen. Die technischen Möglichkeiten unserer Zeit erlauben die Herstellung von nahezu jeder Optik und Haptik – auch von Steinböden, Leder, Metall … Somit lassen sich mit Laminat oder Design-Vinyl auch ausgefallene Einrichtungswünsche realisieren.

Sowohl Vinyl und Design-Boden als auch Laminat punkten ferner mit einer hohen Robustheit und Langlebigkeit. Gleichzeitig benötigen sie keine besondere Pflege wie z.B. Holzböden. Der preisbewusste Endverbraucher mit ein wenig handwerklichem Geschick freut sich über die Möglichkeit, Laminat und die entsprechende Mehrschichtvariante bei Design- und Vinylboden ganz einfach schwimmend – also ohne aufwändige Verklebung – verlegen zu können.

Unterschiede zwischen Laminat und Vinyl/DesignbödenEin deutlicher Unterschied besteht zwischen der jeweiligen Härte der Oberfläche. Laminat ist ziemlich hart und unelastisch, weshalb es zumeist als „Hartboden“ klassifiziert wird. Design- und Vinylböden hingegen haben eine etwas dickere, weichere Oberflächenschicht, woraus zwei Vorteile resultieren. Zum einen ist der Laufkomfort höher. Zum anderen schluckt die weiche Oberfläche den Raumschall besser als Laminat. Dafür kann es bei Vinylböden Probleme mit bleibenden Abdrücken durch schwere Möbel geben. (Es gibt aber auch bestimmte Design-Böden, welche diese Schwachstelle nicht haben!). Da Laminat eine höhere Wärmeleitfähigkeit aufweist, fühlt es sich kälter an als Vinyl- und Designböden. Ein weiteres Plus für Designböden: In der Massivvariante (also ohne Holzfaser-Trägerplatte) kann es auch hervorragend in Feuchträumen verwendet werden!


Welche Ausführungen gibt es bei Design- und Vinylböden?

  • Design- und Vinylböden als Mehrschicht-Bodenbelag:
    Viele Bodenbeläge, ob Kork, Parkett, Vinyl, Design-Boden, Laminat oder sogar Linoleum gibt es als mehrschichtig aufgebauten Boden in Dielenformat. Dieser besteht aus der Nutzschicht, welche je nach Materialbeschaffenheit den Bodenbelag zu Fertigparket, Laminat, Vinyl etc. macht. Die mittig liegende Trägerplatte ist oftmals gleich: eine hochverdichtete Faserplatte (HDF) oder auch günstiges massives Nutzholz. Der Gegenzug – oft auch mit integrierter Trittschalldämmung – komplettiert den Mehrschichtboden. Attraktiv ist hier die in aller Regel vorhandene Klick-Verbindung, welche eine einfache schnelle „schwimmende“ Verlegung erlaubt. Dies gilt natürlich auch für die Designboden- und Vinylvariante davon. Neben Designböden auf der klassischen HDF-Platte gibt es auch optimierte Designböden auf dünnen, quellreduzierten Spezialplatten, mit renovierungsfreundlichen „Unter-Tür“-Stärken von 5 mm oder weniger!
  • Massives Vinyl: Massive Vinylböden mit einer Stärke von ca. 5 MM und einer Klickverbindung können in Feuchträumen wie Bädern eingesetzt werden, denn Vinyl bzw. PVC ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Problematisch sind hier eher Trägerplatten auf Holzfaserbasis, welche aufquellen können. Wärmer als klassische Keramik-Fliesen und weniger rutschig, ist ein Boden aus Massivvinyl eine attraktive Alternative und erweitert gleichzeitig das Spektrum an möglichen Designs für Badezimmer & Co. Es wird in der Regel vollflächig verklebt und eignet sich durch den guten Wärmedurchsatz auch für eine Warmwasser-Fußbodenheizung. Der Nachteil bei dieser Variante ist die aufwendige Verklebung. Aufgrund der Wärmeelastizität zeichnen sich Unebenheiten des Untergrundes gerne ab. Der Boden muss deshalb in den meisten Fällen vorher gespachtelt werden. Aufgrund der Ansprüche an den Untergrund ist es in den meisten Fällen sinnvoller, gleich die 2 mm dünnen Klebesheets zu nehmen. Wir empfehlen dem Heimwerker den Einsatz des neuartigen Rigid-Bodens, der auch schwimmend mit Klickverbindung in Feuchträumen verlegt werden kann.
  • Massives Vinyl auf einem Rigid-Träger: Das dünne massive Vinyl benötigt einen möglichst ebenen Untergrund, denn bestimmte Reliefstrukturen oder andere Unebenheiten können sich auf dem Massivvinyl abzeichnen. Auch kältere Wohnbereiche wie ein Wintergarten können bei Massivvinyl für Schwierigkeiten sorgen. Die Entwicklung des Massivvinyls auf einem dünnen starren (starr = “rigid“) Träger behebt diese Probleme und erlaubt gleichzeitig eine Optimierung von Dimensionsstabilität und Auszugsfestigkeit. Mit 5 mm Aufbauhöhe ist es immer noch sehr dünn, hat aber dennoch eine Klickverbindung für eine rasche und bequeme Verlegung. Der Boden ist wegen der geringen Thermoelastizität auch in größeren Räumen perfekt zu Verlegen. Ein weiteres Plus ist die Unempfindlichkeit gegen Nässe, welche die Verlegung in Feuchträumen erlaubt.
  • Vinyl-Klebesheets: Diese extrem dünnen Klebebögen aus Vinyl ermöglichen auch die Verklebung über einem bereits existierenden Boden – auch für die kreative Neugestaltung von Feuchträumen in Spa-Bereichen. Vor allem im Gewerbebereich findet diese Vinylvariante Anwendung. Die Verlegung mitsamt der Spachtelung ist jedoch sehr aufwändig. Wir empfehlen diese Variante nur für den versierten Monteur.

Natürlich konnten wir selbst mit diesen umfangreichen Ausführungen das Thema Design- und Vinylböden nur anreißen. Wenn wir Ihnen schon einiges an Wissenswertem vermitteln konnten, freuen wir uns! Unsere Fachberater vor Ort bei uns in Plochingen nahe Stuttgart stehen natürlich gerne für alle weiteren Fragen gerne zur Verfügung in unserer großen schönen Bodenausstellung. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei!

Informationen zu unserem Sortiment an Design- und Vinylböden finden Sie über den markierten Link.